Nachwuchs

05.08.19 | Us Junioren erfolgreich in der Glutsonne von Laredo!

Ein Nachbericht zum Palomino-Finalturnier von Alper Bozkurt:

Nachdem wir pünktlich in Laredo in Texas am Abend des 31.7.2019 angekommen waren, wurden wir in unser Quartier, das Posada Hotel (****), per Schulbus eskortiert. Die Menschen hier haben uns sehr aufgeregt in Empfang genommen. Schließlich sind wir die ersten Europäer, die am Rio Grande das Palomino-Turnier bestreiten.

Am kommenden Tag fand das technische Meeting statt, im Anschluss daran, am 2.8.2019, unser erstes Spiel.

 

Das Team aus Laredo verfügte über ausgezeichnetes Pitching. Der Starter warf seinen Fastball bei knapp 86 Meilen, der Closer sogar 91 Meilen. Geschwindigkeiten, die unsere Spieler während der Saison kaum erfahren. Wir haben sehr lange gut dagegen gehalten, im 6. Inning stand es 4-5 gegen uns. Ein grober Verteidigungsfehler unsererseits im 7. Inning brachte die Entscheidung zu Gunsten Laredos. Wir mussten uns 4-7 geschlagen geben. Es handelte sich um das Eröffnungsspiel, dass im am Abend im Hauptstadion ausgetragen wurde.

 

Unser zweites Spiel bestritten wir gegen ein Team aus Illinois. Bereits im ersten Inning konnten wir eine 8-0 Führung erspielen, sehr zur Erschütterung unseres Gegners. Wir punkteten erneut im 4. Durchgang. Endstand 13-3 nach 5 Innings.

 

Zu diesem Zeitpunkt spürten wir allerdings die ersten Auswirkungen der örtlichen Hitze, die morgens um 10 Uhr bereits über 40 Grad Celsius in der Sonne betrug. Wir spielten das zweite Spiel auf einem High School Feld, auf dem die Sonne ungebremst in unser Dugout ballerte. Die Spieler mussten sich zwischenzeitlich hinter das Dugout begeben um Schatten zu finden. Wir mussten nach der Hälfte der Spielzeit einige Spieler mit Schwindelgefühlen auswechseln. Ein Schiedsrichter wurden per Krankenwagen im 3. Inning ins Krankenhaus gebracht, Hitzeschlag.

 

Im Anschluss an das Spiel haben wir zu Mittag gegessen, und sind dann für Spiel 3 ins Stadion gefahren (Double Header). Das Spielfeld hatte sich bis um 15 Uhr auf 60 Grad. Celsius (Kunstrasen) aufgeheizt. Unsere Spieler sprühten in den Inningpausen ihre Füße mit Wasser ein, da es sonst zu heiss wurde auf dem Feld :-) Fürs Protokoll, Texas hatte die Mannschaft aus Illinois am Vortag 5-1 geschlagen. Auch in diesem Spiel mussten wir mehrfach wechseln, weil die Spieler körperlich schlichtweg nicht mehr weiter spielen konnten. Konzentrationsfehler in der Verteidigung führten zu den meissten Punkten unseres Gegners während wir offensiv bis kurz vor Schluss sehr gut in Schach gehalten wurden. Endstand 2-7, Turnierende für uns.

 

Wir haben uns sehr gut präsentiert, und haben mit dem Sieg gegen Illinois auch einen erwähnenswerten Erfolg vorzuweisen. Schlussendlich haben wir gegen Mannschaften verloren, die täglich unter diesen Witterungsbedingungen spielen. Der texanische Coach trug während des Spiels ein langärmeliges Shirt und einen Windbreaker... Für diese Mannschaften stellen 40 Grad Celsius keine Besonderheit dar. Man glaubte uns nicht, dass wir das Halbfinale in Stuttgart bei 2 Grad Celsius gespielt hatten, und dass die ersten 10 Saisonspiele in Deutschland grundsätzlich bei Temperaturen unter 10 Grad durchgeführt werden.

 

Trotzdem war das Wetter alleine nicht ausschlaggebend für unsere beiden Niederlagen. Das Spieltempo auf diesem Turnier ist wesentlich höher als zu Hause. In Deutschland machen wir sehr viele Fehler, beispielsweise im Baserunning, die keine Konsequenzen haben. Wir sprechen diese Fehler zwar immer an, sie bleiben aber ungestraft. Ergo, ist es sehr schwierig die Spieler davon zu überzeugen, dass sie das auf höherem Niveau nicht machen können. Wir haben gegen Laredo eine Base leicht überrutscht und der gegnerische Spieler hat das erwartet und den Spieler am dritten Base ausgemacht, das hätte der Punkt zum Ausgleich werden können. Bei einem Hit sind wir den Bogen um eine Base etwas zu weit gelaufen, und es gab sofort eine präzise Umleitung des Wurfes. Wir haben Spielzüge in der Vorrunde gesehen, die in der Bundesliga nicht ansatzweise zustande kommen.

 

Wir sind vom Talent und der technischen Ausbildung auf Augenhöhe mit 7 von 10 Teams auf diesem Turnier, so meine Meinung. Auch konnten wir unter Beweis stellen, dass wir mit diesem Kader Wurfgeschwindigkeiten bis zu 85mph attackieren können. Uns fehlt die spielerische Finesse, die wir nur in tatsächlichen Spielen dieses Niveaus erfahren und erwerben können.

 

Wir hoffen, dass ihr aus der Ferne ein bisschen mitverfolgen konntet wie wir uns hier präsentierten. Wir erfreuen uns hier grosser Beliebtheit, und die Spieler verhalten sich auch ausserhalb der Veranstaltung vorbildlich. Wir fliegen am Dienstag erhobenen Hauptes nach Hause.

 

Mein Dank im Namen der Mannschaft gilt an dieser Stelle dem Vorstand, der diese bis dato einmalige Veranstaltung und deren Durchführung von Beginn an unterstützt und finanziert hat.

 

Liebe Grüße aus einem klimatisierten Hotelzimmer.

Alper Bozkurt

 


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